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Der 1164 zu Harford in Kent als Sohn eines Schloßverwalters geborene Simon erhielt den Beinamen Stock , weil er bereits mit zwölf Jahren in einem hohlen Eichenbaum als Einsiedler lebte. Er zog sich dorthin zurück, nachdem ein älterer Bruder ihm eine unverdiente Kränkung zugefügt hatte, und schloß sich zwanzig Jahre lang gänzlich von der Außenwelt ab. - Danach nahm der hl. Simon Stock in Oxford ein Studium auf und promovierte zum Doktor.
1212 kamen die ersten Karmelitermönche nach England. Sie hatten englische Wallfahrer vom Heiligen Land in deren Heimat begleitet und ließen sich nun auf der Insel nieder. Den hl. Simon Stock beeindruckte insbesondere die Marienfrömmigkeit der Karmeliter, und so entschloß er sich, sie um Aufnahme zu bitten. - Bereits 1215 wurde der hl. Simon Stock Coadjutor des Ordensoberen.
Der Orden gewann unter den Engländern rasch neue Mitglieder. Dazu kam die Übersiedlung von aus dem Heiligen Land vertriebenen Karmelitermönchen. - Mit dem Fall Akkos 1291 vollendeten die Mohammedaner ihre Eroberung des gesamten Heiligen Landes. Doch schon 1244 war das 1229 auf dem Verhandlungswege den Kreuzfahrern noch einmal überlassene Jerusalem wieder an die Mohammedaner gefallen (vgl. 25.8.). Im Jahre 1238 hatten sie bereits die Karmelitermönche vom Karmelgebirge vertrieben, die eine Übersiedlung ins Abendland beschlossen. Die Angehörigen des Ordens gelangten über Zypern, Sizilien und Frankreich nach England. Dort wurde 1245 der hl. Simon Stock, der sechs Jahre im Heiligen Land zugebracht hatte, Ordensgeneral der Karmeliter.
Nachdem der Heilige zum Oberen gewählt worden war, wurde die Kongregation unter seiner Leitung durch den Beschluß des Ordenskapitels zu Aylesforfd 1247 in einen Bettelorden umgewandelt. Doch dies drohte die Karmeliter zu spalten. Es gab sogar Leute, die den Papst zur Aufhebung des Ordens bewegen wollten. In seiner Not flehte der Ordensgeneral Simon Stock Maria an, ihm ein Zeichen zu geben, ein Unterpfand ihrer Sorge für den Orden. Daraufhin erschien ihm erschien ihm allerseligste Jungfrau am 16. Juli 1251 zu Cambridge. Sie überreichte Simon ein braunes Skapulier und verhieß allen, die damit bekleidet sterben, die Rettung vor dem ewigen Feuer. - Danach verbreiteten sich die Karmeliter über das gesamte Abendland. Der hl. Simon Stock aber starb 1265 auf einer Visitationsreise im französischen Bordeaux.
Einige Jahrzehnte nach der ersten kam noch eine weitere auf das braune Skapulier bezogene Marienerscheinung hinzu. Die Muttergottes teilte Papst Johannes XXII. (1316 - 1334) im Jahre 1322 mit, sie steige jeden Samstag ins Fegefeuer hinab, um die Skapulier-Träger, die keusch gelebt, auch mittwochs und samstags Abstinenz geübt und täglich das Offizium oder den Rosenkranz gebetet haben, zu trösten und zu befreien. - Dies ist das sog. Samstags-Privileg.
So entstand das Gedächtnis der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel am 16. Juli, auch Skapulierfest genannt. Die Erwähnung des Karmels erinnert an den Ursprung des Karmeliterordens im Heiligen Land während der Kreuzfahrerzeit (1099 - 1291) und an die Marienverehrung der Eremiten, die der durch den hl. Berthold von Kalabrien gegründeten Gemeinschaft angehörten (s. 4.2.). Der 16. Juli wurde zuerst Festtag im Karmeliterorden. 1726 erhob Papst Benedikt XIII. (1724 - 1730) ihn zum gesamtkirchlichen Fest.
Das braune Skapulier verbreitete sich weit über die Ordensgemeinschaft der Karmeliter hinaus. - Ursprünglich war das Skapulier ein langes, von den Schulter herabhangendes Teil der Ordenskleidung. Es wurde im Laufe der Zeit zu einem zweifachen Stück Wollstoff, das an einem Band befestigt unter der Kleidung auf Brust und Rücken getragen wird. Das Skapulier wird von einem Priester aufgelegt, um dann das gesamte Leben lang getragen zu werden. Wird es ausgetauscht, so braucht es nicht erneut aufgelegt zu werden.
Seit 1910 darf das wollene Skapulier - außer bei Angehörigen eines Dritten Ordens - auch durch eine gesegnete, metallene Medaille ersetzt werden, deren Vorderseite den Heiland mit seinem heiligsten Herzen und deren Rückseite die seligste Jungfrau Maria zeigt. Diese Anordnung geht auf den heiligen Papst Pius X. (3.9.) zurück.
Auch der Karmeliterorden erhielt 1476 einen Dritten Orden , nachdem ein weiblicher Zweig bereits 1452 entstanden war. Beides bewirkte der selige Ordensgeneral Johannes Soreth (1451 - 1471) . - Die Reformbewegung des 16. Jahrhunderts schuf den neuen Ordenszweig der Unbeschuhten Karmeliter ( s. 15.10., 24.11.) |