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Lukardis wurde um 1274 geboren, wohl in Erfurt. Noch im Kindesalter trat sie 1286 in das Zisterzienserinnenkloster zu Oberweimar ein. - Dieses Kloster bestand zu jener Zeit noch nicht sehr lange; um 1243 hatte es Graf Hermann II. von Weimar-Orlamünde (1211 - 1257) gestiftet.
Bereits als Kind verehrte die sel. Lukardis den leidenden Heiland. Dies zeigte sich auch, als sie nach ihrer Aufnahme ins Kloster die Arme vor dem Heiland ausbreitete, als ob sie ebenfalls gekreuzigt wäre, wofür man sie allerdings tadelte, da dies als Eigenmächtigkeit angesehen wurde.
Lukardis von Oberweimar wurde Krankenmeisterin des Klosters, doch nach einem halben Jahr erkrankte sie selbst. Ihr Leiden besserte sich trotz ärztlicher Bemühungen nicht, vielmehr wurde sie ab 1296 bettlägerig.
Jahrelang trug die sel. Lukardis geduldig ihre schwere Krankheit. Sie suchte den leidenden Heiland nun um so inniger zu verehren, Ihm immer ähnlicher zu werden. Während einer Schauung legte sie ihre Hände auf die des Gekreuzigten, ebenso die Füße und das Herz. Von da an spürte sie die Kreuzeswunden und die Verletzungen durch die Geißelung, obwohl diese vorerst noch unsichtbar blieben. Doch zwei Jahre nach der Schauung traten sie hervor, so daß alle sie sehen konnten. An jedem Freitag litt die sel. Lukardis nun am heftigsten (vgl. 18.9.), während die Wunden sonntags zurückgingen. - Bezeugt ist auch die Gabe der Seligen, Zukünftiges und Verborgenes zu schauen.
Am 22. März 1309 starb die sel. Lukardis in ihrem Oberweimarer Kloster. Schon bald wurde sie verehrt, und dieser Kult verbreitete sich weit, bis ihm die Reformation im 16. Jahrhundert ein Ende bereitete.
Der frühest mögliche Zeitpunkt des Karfreitags ist der 20. März, der späteste der 23. April. - Der von solchen Jerusalemern, die zu dem den Heiland ablehnenden Teil des alttestamentlichen Bundesvolkes gehörten, mit Hilfe des Judas Scarioth und durch die Hand des römischen Statthalters Pilatus (26 - 36) begangene sog. Gottesmord stellt ein einzigartiges Verbrechen dar, obwohl der Sühnetod des Gottmenschen der Welt das Heil gebracht hat, so daß man auch sagen kann, daß unsere Sünden Christus dazu bewogen haben, den Kreuzestod auf sich zu nehmen. - Mit der vom Heiland vorhergesagten Zerstörung Jerusalems samt dem Tempel im Jahre 70 gelangte die alte Geschichte des Israelitentums zum Schluß, und unter den den Heiland ablehnenden Juden übernahm die pharisäische Partei endgültig die Führung.
Die fünf Kreuzeswunden des Heilands werden seit alters verehrt durch fünf Mal ein Vaterunser mit Gegrüßet seist du, Maria sowie ein Glaubensbekenntnis als Abschluß des Ganzen. Die heiligen fünf Wunden Christi werden vor allem bei einem aufgebahrten Leichnam für die Arme Seele (s. 2.11.) gebetet.
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