Benediktiner-Kloster Notre-Dame de Bellaigue Das Kloster vom Heiligen Kreuz, das offiziell am 3. Mai 1987 gegründet wurde, gehört dem Zweig der Benediktiner an, der von R.F. Jean-Baptiste Muard, dem Gründer der Abtei „La Pierre-qui-Vire“ (gegründet 1850) im letzten Jahrhundert ins Leben gerufen wurde. Nachdem Le Barroux (das Mutterhaus) Vereinbarungen mit dem Vatikan getroffen hatte, führte unser Wunsch, der Tradition der Kirche treu zu bleiben, 1988 zu einer Trennung vom Mutterhaus. Das Ziel dabei war, mit denen in Gemeinschaft zu bleiben, die den Glauben verteidigen und nicht mit denen, die ihn zerstören. Wir sind nicht lange allein geblieben. Der Nächstenliebe einer großen Anzahl von Freunden, oft bis heute unbekannt, bewahren wir stets ein herzliches Andenken. Vor allem haben wir von der großen und väterlichen Fürsorge von Erzbischof Marcel Lefebvre und Bischof Antonio de Castro Meyer profitiert, die die ersten Schritte unserer Neugründung überwachten.
Die Benediktsregel Der Benediktiner-Orden entstand im 6. Jahrhundert, ohne großes Aufhebens und ohne Kenntnis der Dinge die die Zukunft bringen sollte. Er wurde hervorgebracht von dem weiten Herzen unseres verehrten Vater, dem heiligen Benedikt, der vom Allerhöchsten die Fähigkeit erhalten hatte, eine große Anzahl von Söhnen um sich zu scharen, nicht nur derer, die damals lebten, sondern auch solcher, die durch die Jahrhunderte hindurch dem Licht seiner Regel folgten, die er uns als besonders wertvolles Erbe hinterlassen hat. Die Jahrhunderte erkannten den besonderen Wert dieser Regel. Mehr und mehr breitete sie sich aus und wurde schließlich von allen Klöstern in ganz Europa angenommen. Sie formte die Ordensleute im Mittelalter, aber nicht nur diese, sondern auch zahlreiche Könige und Adlige wurden von ihr durch den Kontakt mit Mönchen erzogen.
Ora et Labora – Bete und ArbeiteDiese Regel – so sagt Bossuet – „ist eine Synthese des gesamten Christentums, eine lehrreiche und geheimnisvolle Abkürzung aller Lehren und Schriften, aller Gebote der Kirchenväter, aller Ermahnungen zu Perfektion.“
Die Regel des heiligen Benedikt erschien im 6. Jahrhundert, wie Dom Delatte sagt, „als die reife Frucht aller Mönchsgemeinschaften der Vergangenheit und der Spiritualität der Väter.“
Sie zeigt sich, so sagt der Ehrwürdige Vater Muard „ als die vollendete Tochter der ersten morgenländischen Regel, als die Mutter aller anderen Regeln im Abendland, als heilige Richtlinie, der die klösterliche Welt für 1400 Jahre leitete, durch ihre Ehrwürdigkeit, durch ihre tiefe Weisheit und die herausragende Heiligkeit, die durch alle ihre Seiten blicken, durch die Perfektion des religiösen Lebens, das durch sie entstand, durch ihre von Gott gelenkte Gemeinschaft und durch ihre bewundernswerten Beispiele.“
Eine leichtere, aber immer noch wichtige Aufgabe Es war diese Regel, die R.F. Muard in all ihrer Kraft von seiner benediktinischen Gemeinschaft angewendet sehen wollte, die er dem Heiligsten Herzen Jesu und dem Unbefleckten Herzen Mariä empfahl. Diese Regel hat kein anderes Ziel, als eine Schule des Gottesdienstes zu initiieren, wie St. Benedikt selber sagt, und – wie der heilige Bernhard sagt – eine Schule der Gottesliebe.
Diese Schule steht auf drei Säulen, dem großen Benediktiner R.P. Emmanuel, der im letzten Jahrhundert lebte, zufolge, nämlich Gehorsam, Schweigen und Demut. Diese drei Tugenden der Seelen, die sich formen lassen wollen, sind die drei Tugenden der Schüler, der Schüler des gekreuzigten Heilands. Auf dieser Basis kann man alles aufbauen. Möchtest Du etwas Großes erreichen? Beginn mit dem Kleinen. Möchtest Du ein großes Gebäude errichten? „Denke zuerst an die Grundmauern der Demut“, sagte der heilige Augustinus. Die Grundmauern, die der heilige Benedikt uns gab, waren gut, fest und tiefgreifend.
Auf ihnen sollten die Klöster des Mittelalters errichten werden, die einen so großen Einfluss auf Christianisierung Europas hatten. Dieser mönchische Einfluss begann schon vor den Söhnen des heiligen Benedikt. Vor allem aus Irland sollten zahlreiche Mönche nach Europa kommen, die überall – bis nach Italien – das Feuer der Gottesliebe entzünden sollten (dabei sollen aber die mönchischen Gemeinschaften der römischen Provinzen und anderer, bereits vom Orient ausgehende Christianisierungsschübe nicht vergessen werden). Unter diesen Mönchen aus Irland befanden sich auch der heilige Columban und seine Schüler, der die Klöster von Luxeuil und Bobbio gründete, die einen außerordentlich großen Einfluß hatten. Das Verfahren der irischen Mönche ähnelte einem Feuer der Großzügigkeit, diese Mönche, die sich aus Liebe von ihrer Heimat trennten. Dies war der Ausdruck ihrer vollkommenen Hingabe und ihrer unzerstörbaren Bindung an Unseren Herrn.
Die Regel des heiligen Benedikt war aber der des heiligen Columban vorzuziehen, wegen ihrer Unterscheidung, das heißt der erfolgreichen Vermittlung zwischen den Grenzen der menschlichen Schwäche und dem Heldenideal des klösterlichen Lebens. Wie ein Historiker sagte: der heilige Benedikt wusste wie man alles in das richtige Maß bringt, ohne dabei irgendetwas zu verringern.
Man könnte die Regel des heiligen Columban mit einem Feuer, die des heiligen Benedikt mit einer heißen Kohle vergleichen. Was der eine entflammte, hat der andere bewahrt. Dadurch haben die Söhne des heiligen Benedikt ihren Vorgängern durch ihre Arbeit zurückgegeben und dabei ihre besonderes Merkmal der Unterscheidung weitergetragen.
Der Tag eines Mönchs im Kloster vom Heiligen KreuzZunächst unser Tagesplan3.30h 4.30h 5.45h 7.00h 10.00h 11.15h 12.00h 14.00h 17.00h 18.00h 18.45h 19.00h | Matutin geistliche Lesung in der Zelle Laudes, Gebet (Stille Messen) Prim und Kapitel, danach Frühstück und Unterricht Terz und Konventmesse Gesangsunterricht, danach Vortrag für die Novizen Sext und Mittagessen Non, danach handwerkliche Tätigkeiten und Unterricht vor dem Offizium Vesper und Gebete Abendessen Kapitel Komplet
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Wie es in allen Klöstern üblich ist, so teilen auch die Mönche im Heilige Kreuz Kloster ihre Zeit zwischen Gebet, Studium und Arbeit auf. Während der Gründungszeit jedoch wird die Arbeit härter sein, weil sie auf weniger Leute verteilt ist. Trotz all dem wird das Offizium jeden Tag gesungen, während nur drei- oder viermal pro Woche ein gesungenes Amt gehalten wird. In Solesmes, das 1833 gegründet wurde, wurde die Messe auch nicht täglich gesungen, daher kann man uns daraus keinen Vorwurf machen. Unser Unterricht macht ebenfalls Fortschritte: Zwei unserer zukünftigen Priester studieren im Moment im Seminar der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Argentinien.
Kontakt mit der benachbarten Bevölkerung entsteht durch unsere Einkäufe oder unsere wöchentlichen Spaziergänge. Unsere Nachbarn kommen allmählich in unsere Messen, obwohl die Protestanten und Modernisten unser Apostolat zu erschweren versuchen. Sonntags haben wir mindestens 40 Gläubige, die zur Heiligen Messe ins Kloster kommen.
Das Schweigen charakterisiert den Tagesablauf der Mönche und es kann nur während der Arbeit unterbrochen werden, und auch dann nur, wenn die Zeichensprache nicht mehr ausreicht, um sich verständlich zu machen. Einmal wöchentlich machen wir einen mehrstündigen Ausflug, bei dem die brüderliche Liebe durch Worte freudig ausgedrückt werden darf.
Nach der Komplet senkt sich ein großes Schweigen über das Haus bis Glocke die Mönche weckt und zur Matutin ruft und sie daran erinnert, dass stets zuerst Gott gedient werden muss.
Die Berufung zum MönchslebenDer heilige Benedikt gab ein unfehlbares Kriterium um eine Berufung zu erkennen: Prüfen, ob der Kandidat wirklich Gott sucht. Wenn er etwas anderes sucht, ist er von Anfang an irregeführt. Im Kloster sucht man Gott und allein Seinen heiligen Willen. Das ist alles.
Aber wie soll man das erkennen? Wie kann mit gutem Gewissen einen jungen Mann in die Gemeinschaft aufnehmen, als einen, der wahrhaftig nach Gott sucht? Der heilige Benedikt hilft uns auch hier wieder, indem er uns drei Anzeichen für die Reinheit des Willens, den er in seinen Postulanten zu sehen wünscht, gibt: Diese Anzeichen sind: die Begeisterung für das Göttliche Offizium (die Liturgie), der Eifer im Gehorsam und der Eifer in der Demut und in schwierigen Dingen.
| | Die Mönche beim Stundengebet | Diese drei Anzeichen können nicht falsch verstanden werden, denn wenn eine Seele wirklich nach Gott sucht, dann ist sie bereit ihn zu lieben und zu preisen und sich zu erniedrigen. Diese Demut wird erkannt in der Art ihres Gehorsams und ihrer Annahme von Demütigungen. Auf diese Weise anerkennt der Berufene den Durst nach Gott, den Durst der Erkenntnis und der Nachfolge des gekreuzigten Herrn Jesus Christus.
Es gibt noch eine weitere Dreizahl von Anzeichen, die häufig angewendet wird. Sie ist allerdings weniger tiefschürfend, aber trotzdem nicht uninteressant: Verlangen, Anpassung und Annahme. Bei diesen drei Anzeichen ist das letzte das ausschlaggebendste. Danach muss der Klostervorsteher über das Ausmaß des Verlangens und Anpassungsfähigkeit für das angestrebte Leben entschieden. In Wirklichkeit kehrt man wohl immer zu den Anzeichen des heiligen Benedikt zurück und der Klostervorsteher wird durch diese wahre Berufungen zu erkennen versuchen.
Und noch ein weiterer Hinweis: man kann auch Mönch sein, ohne Priester zu werden. Das war auch beim heiligen Benedikt der Fall. Es fällt dem Klostervorsteher zu, diejenigen zum Priesterstand zu berufen, die er dazu für würdig erachtet. In der Frühzeit des klösterlichen Lebens war es üblich nur ein oder zwei Priester in den einzelnen Klöstern zu haben. Heute aber werden diejenigen, die die Fähigkeit dazu haben, nach dem Willen der Kirche zu Priestern geweiht, um die Anzahl der Messen, derer die Welt so sehr bedarf, zu vermehren. Die Stationen, die der Kandidat durchlaufen muss um zur endgültigen Selbsthingabe zu gelangen, werden hier im Kloster vom Heiligen Kreuz praktiziert. Nachdem er zum Kloster zugelassen wurde, ist der Kandidat für 6 Monate Postulant. Danach erhält er den Habit und seinen Ordensnamen. Zwei Jahre vergehen ehe er, nach der Abstimmung durch die Gemeinschaft, seine ersten auf drei Jahre begrenzten Gelübde ablegen darf. Nach diesen drei Jahren darf er seine ewigen Gelübde ablegen, die ihn für immer an den Orden und die Gemeinschaft binden, bei der er diese Gelübde abgelegt hat. Zudem werden ihn die Gelübde an Gott binden insofern als, – so sagen die Kirchenväter – sein Gelübde den Wert einer zweiten Taufe hat, bei der alle seine Sünden und Fehler, die durch die Sünde hervorgerufen werden, ausgelöscht sind.
1 – Das wird man verstehen, wenn man die Worte des heiligen Petrus bedenkt: „Die Liebe deckt eine Menge Sünden zu.“
2 – Oder welche Liebe kann größer sein, als die, die eine geweihte Seele dem Dreieinen Gott schenkt...
3 – Oder die irgendeines anderen Hauses, wo man Verachtung der Welt und Bindung an Unseren Herrn Jesus Christus und Seine Unversehrte Mutter, der Königin der Klöster, der wir diese Zeilen widmen. Amen
Wir kommen zum Ende dieser kurzen Beschreibung des Klosterlebens. Mögen diese Zeilen den Seelen helfen, die, wie Pater Emmanuel sagt, „in der Welt leiden, weil sie ihren Weg nicht gefunden haben und die Gott danken für ihr Schicksal, wenn eine liebevolle Hand ihnen den Weg zu einem Benediktinerkloster weist.“
 Abbaye Notre-Dame de Bellaigue Bellaigue - 63330 Virlet FRANCE Tel: +33 (0) 473 - 52 33 26 http://www.bellaigue.com
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